Auf der Dichterstraße im Hochstift Paderborn

22 Senior*innen, Mitglieder des Kontakt-Forums Paderborn e.V. stiegen in den Bus, machten sich auf, den bekannten aber kaum noch genannten Dichterinnen und Dichtern, die in unserem Land einmal gelebt haben, am Ort ihres Wirkens zu begegnen.

In Alhausen wurden sie durch das Geburtshaus von Friedrich-Wilhelm Weber geführt und ließen die Ausstellungs mit Gegenständen aus der Zeit ab 1813 – als Weber hier geboren wurde auf sich wirken.

Weiter ging die Fahrt nach Pömbsen. In der dortigen Kirche Mariä Himmelfahrt wurde Friedrich-Wilhelm Weber getauft und auf dem dortigen Kirchhof liegt seine Mutter begraben.

Auch ein anderer Gast weilte gern in Pömbsen, der Dichterpfarrer Augustin Wibbelt, der seine Werke meist in münsterländer Mundart schrieb. Eines seiner Gedichte „Dat Pöggsken“ wurde im Bus in plattdeutscher Sprache vorgetragen.

Die nächste Station war Erwitzen, der Geburtsort von Peter Hille. Die Werke des „wandernden Philosophen“ waren lange in Vergessenheit geraten. Der Paderborner Professor Dr.Dr. Friedrich Kienecker und andere haben sich um die Herausgabe der Werke von Peter Hille große Verdienste erworben.

Gestärkt von leckerem Kaffee und Waffeln mit allem was dazugehört und soviel man mochte im Gasthaus Nolte in Erwitzen ging es weiter nach Bökendorf.

Im Jahr 2019 hatten Mitglieder des Kontakt-Forums die Ausstellung „Sehnsucht – in die Ferne-Reisen mit Annette von Droste-Hülshoff“ besucht. Die Ausstellung hatte ein Lebensgefühl der Schriftstellerin des 19. Jahrhunderts vermittelt. Den Ort, der dieses Lebensgefühl auch mit geprägt hat ist ganz sicherlich Schloss Bökerhof, das Schloss, das die Großeltern der Schriftstellerin mütterlicherseits, die Familie von Haxthausen erworben hatten. Das Herrenhaus Bökerhof war im 19. Jahrhundert der Mittelpunkt des „Bökendorfer Romantikerkreises“ (1810–1834)u.a. mit den Schwestern Jenny und Annette von Droste-Hülshoff, den Brüdern Jacob und Wilhelm Grimm.

Um den kleinen Schlosspark des Bökerhofes herum wurde um das Jahr 1810 ein Laubengang aus Hainbuchen angelegt, der vielfach von den Brüdern Grimm, den Schwestern von Droste-Hülshoff und den vielen anderen Besuchern des Bökerhofes aufgesucht wurde. Die mittlerweile uralten Hainbuchen vermitteln damals wie heute ein Gefühl romantischer Geborgenheit.

Bei langsam angenehm werdender Temperatur, im Schatten einer mächtigen Buche waren Stuhlreihen aufgestellt. Herr Bernhard Aufenanger erzählte sehr engagiert von den Aufenthalten der Droste-Hülshoff und dem Leben auf dem Bökerhof, dem Entstehen der „Judenbuche“, deren zugrunde liegendes Drama sich im Nachbarort Bellersen zugetragen haben soll, der wohl bittersten Enttäuschung im Leben von Annette von Droste-Hülshoff, die Intrige um die Trennung von Heinrich Straube.

Der Gang durch den Laubengang bei langsam untergehender Sonne war ein wunderschöner Abschluss eines rundum gelungenen Ausflugs.